Nachlese zur Fortbildung “Vernachlässigte und traumatisierte Kinder”, 02.Juni 2012

Nachlese zur Fortbildung “Vernachlässigte und traumatisierte Kinder” am 02.Juni 2012 in Winsen an der Luhe
Autor: Götz Gerke für PFAD

Am Samstag den 02.06. veranstaltete PFEIL-Harburg e.V. zusammen mit dem Bundesverband der Pflegeeltern ein Tagesseminar mit dem Titel „vernachlässigte und traumatisierte Kinder in Pflegefamilien“ in der alten Stadtschule in Winsen. In seinem Grußwort an die ca. 60 teilnehmenden Pflegeeltern machte Winsens Bürgermeister Andre Wiese deutlich, wie wichtig deren Arbeit der für unsere Gesellschaft ist. „Sie nehmen sich der Kinder an, die bereits einen Bruch in ihrem Lebenslauf haben und geben ihnen eine neue Chance, Das verdient höchsten Respekt!“ Bürgermeister Wiese bedankte sich für den Einsatz der Pflegefamilien, der ja zumeist im Hintergrund und unbemerkt von der Öffentlichkeit 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche geleistet wird. Er freue sich, wenn sich solch engagierte Mitbürger auch zukünftig für Ihre Fortbildungen für Winsen entscheiden! Sie seien stets willkommen.

In den folgenden 7 Stunden führte Dipl. Psych. Kai Uwe Fock die Pflegeeltern ein in die besonderen Anforderungen die traumatisierte und vernachlässigte Pflegekinder an Ihre Pflegefamilien haben und wie diese so damit umgehen können, dass die Kinder sich bestmöglich entwickeln und die Familie dabei ein stabiler und sicherer Hort für alle Mitglieder bleibt. Am Anfang stand dabei die Definition einer Traumatisierung und die Auswirkungen für das Kind. Fock hob besonders auf das durch Traumatisierung und Vernachlässigung erhöhte Erregungsniveau betroffener Kinder ab. Dies zu erkennen und Strategien zu entwickeln damit umzugehen um Eskalation zu vermeiden war Inhalt des Nachmittages. So hatte am Ende jeder Teilnehmer seine eigenen Methoden zur De-Eskalation und langfristige Strategien zur Selbst-Regulation entwickelt.

Die Teilnehmer hoben besonders die authentische und praxisnahe Art des Vortragenden hervor sowie den intensiven Austausch mit „Gleichgesinnten“ , es gab ein durchweg positives Echo auf diese erste Fortbildung im Landkreis seit 10 Jahren.

Unterstützt wurde die Veranstaltung dankenswerter Weise durch Freunde der Kinder e.V. aus Hamburg, die sich mit bemerkenswertem Engagement um die 25 Kinder kümmerten, damit deren Eltern am Seminar teilnehmen konnten.