Solidaritätskundgebung für das Pflegekind “Dennis” am 28.12.12 vor dem Kreishaus in Winsen

Presseerklärung (weiter unten, auch als PDF-Download)
Impressionen von der Veranstaltung
Eröffnungsrede / Dank an die Gäste durch  Götz Gerke, Vorstand PFEIL-Harburg e.V. (Videolink)

Solikundgebung Winsen 2012

Presseerklärung zur Kundgebung „Gute Vorsätze für Pflegekind Dennis“

Mit der heutigen Kundgebung erinnert PFEIL-Harburg e.V. an das sechsjährige Pflegekind „Dennis“, das auf Betreiben des Jugendamtes Winsen vor einem halben Jahr aus der Pflegefamilie, die Mitglied in unserem Verein ist, herausgenommen und anschließend in einem Heim untergebracht wurde. Mit der Herausnahme des Kindes endete die Pflegschaft der Pflegeeltern, die sich in den vergangenen sechs Jahren vom Säuglingsalter an um das Kind gekümmert hatten. Damit verloren sie alle Rechte auf Umgang mit „ihrem“ Kind. Inzwischen haben Sie sich begleitete Umgangsrechte (eine Stunde pro Woche im Jugendamt) gerichtlich erstritten. Dennis äußert regelmäßig den Wunsch, zu seinen Pflegeeltern zurückzukehren, zuletzt vor Weihnachten bei Anhörung vor Gericht.


Wenn verantwortliche Menschen nicht beginnen zu handeln, wird die juristische Auseinandersetzung zu Lasten des Kindes wohl noch lange weitergehen, denn offensichtlich müssen Gerichte Entscheidungen treffen, für die zuvor niemand die Verantwortung übernehmen wollte. Gerichte wiederum sind in Spezialfragen nicht immer kompetent genug und holen deshalb Gutachten ein. Diese werden dann angefochten und so geht es lange weiter – mit zweifelhaftem Ausgang.

Die derzeitige „Lösung“ des Konfliktes zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie besteht darin, beiden das Kind zu entziehen – auf Kosten des Kindes. Das kann und darf so nicht sein! Ein Kind, das die ersten sechs Jahre seines Lebens gut behütet in einer Familie verbracht hat, hat dort seine Heimat.

Unser Appell gilt deshalb wiederum und weiterhin an die Verantwortlichen im Jugendamt Winsen und den Amtsvormund, das Jahr 2013 mit guten Vorsätzen für des „Fall Dennis“ zu beginnen:

  1. Rücknahme der Herausgabebeschlusses, denn „Dennis“ war nie gefährdet bei seiner Pflegefamilie, die sich nach bestem Wissen schützend vor ihn gestellt hat.
  2. Beginn der Arbeit mit der Herkunftsfamilie über realistische langfristige Perspektiven im Umgang und Kontakt mit „Dennis“. Dies ist das ursächliche Versäumnis, denn bei den aus Hamburg in den Landkreis vermittelten Kindern (wie auch „Dennis“) muss der Pflegekinderdienst gleichzeitig die Herkunftsfamilie betreuen, obwohl das vom Gesetzgeber so nicht vorgesehen ist. Der Konflikt für die Mitarbeiter, die Interessen der Pflegeeltern und gleichzeitig die der Herkunftsfamilie zu vertreten, ist kaum lösbar und Ursache des Scheiterns im Fall „Dennis“.
  3. Herbeiführung einer schnellen außergerichtlichen Einigung unter Einbeziehung der Wünsche des Kindes, verbindliche Regelung der Umgangsrechte der Herkunftsfamilie und enge Begleitung der Parteien.

PFEIL-Harburg e.V. wird einen solchen Weg gemeinsam mit den Pflegeeltern tatkräftig unterstützen.

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